Das Format „Barcamp“

Barcamp_NW-Verwaltung

Worauf kann/darf/muss ich mich einstellen, wenn ich auf ein Barcamp gehe?

Ein Barcamp ist ein bisschen das, was im Film das Genre des Road Movies darstellt: es ist ein Weg, dessen Ziel nicht ganz klar ist, der nicht in feste Etappen gegliedert ist und auf dem die Mitreisenden wechseln können. Der mir aber gerade dadurch ermöglicht, mich aus den festgefahrenen Bahnen meiner Erwartungen und Rahmensetzungen ein Stück weit hinaustragen zu lassen und in etwas Sinn zu finden, an das ich zuvor nie gedacht hätte.

Alles klar? Klingt noch etwas esoterisch?

Dann eben ein bisschen genauer: Wir haben ein Thema (das ist unsere Überschrift). Wir haben Teilnehmer*innen und Referent*innen – da ist die Trennung schon nicht mehr so klar. Denn auch Teilnehmer sollen etwas mitbringen (zumindest eine Frage, vielleicht auch einen Wunsch oder eine Vision), und auch Referenten sollen offen sein, sich überraschen zu lassen.

Es gibt keine Tagesordnung (so wie es bei einem Roadmovie keine Hotelbuchungen gibt) – es gibt nur ein leeres Stundenplanschema. Dieses Schema wird zu Beginn des Barcamps gemeinsam mit einer Tagesordnung gefüllt, aufgrund von vorher mitgeteilten Themen oder auch solchen, die spontan genannt werden.

Die Agenda wird zu Beginn des Camps gemeinsam gestaltet.

Dann geht man in Arbeitsgruppen, meistens für eine Stunde, in denen man einzelne Themen behandelt. Dann trifft man sich wieder, tauscht kurz die Ergebnisse aus, überprüft noch mal die Agenda und ändert sie eventuell – und startet die nächste Runde von Arbeitsgruppen.

Am Ende steht eine Ergebnisdokumentation. In unserem Barcamp vielleicht so etwas wie eine Vision für 2033 mit einer Zwischenetappe 2023.

Was ist das Andere gegenüber herkömmlichen Konferenzen? Wofür eignen sich Barcamps vor allem?

Barcamps eignen sich für Situationen, in denen es wenig Informationsasymmetrien unter den Beteiligten gibt. Es gibt keine wirklich erprobten good practices für das Arbeiten in 2033, über die versierte Referent*innen uns in wohlgestalteten Präsentationen informieren könnten. Sondern es geht ja gerade darum, das Noch-nicht-Gegebene gemeinsam zu erfinden. Wir wollen uns selber überraschen. Dafür brauchen wir ein großes Maß an Offenheit, und die wiederum braucht einen adäquaten Rahmen.

Das ist Barcamp.